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02.07.2013 04:30 Alter: 3 Jahre
Kategorie: Presseartikel
Von: Thomas Jorda

„Öfter Nein sagen“

NÖN, 2. Juli 2013 - Im Gespräch | Felix Mitterer im Gespräch mit Thomas Jorda über sein jüngstes Stück. „Jägerstätter“ hat in Wien Uraufführung gefeiert und nächste Woche Niederösterreich-Premiere in Haag.


NÖN: Haben Sie mit dem Fall Jägerstätter persönlich Neuland betreten? Oder beschäftigen Sie sich schon länger mit seinem Schicksal?
Mitterer: Ich kenne den Fall Jägerstätter seit dem Film von Axel Corti. Ich hab’ aber nie die Absicht gehabt, ein Stück über ihn zu schreiben; zu schrecklich ist mir die Geschichte erschienen. Haag-Intendant Gregor Bloéb hat mich aber dazu überredet.

Haben Sie leicht Zugang gefunden?
Der Zugang ist mir schwer gefallen. Ich habe Jägerstätter bewundert, ihn aber für stur, schwermütig, sonderbar gehalten. Aber er ist ein froher, tatkräftiger Mensch gewesen, der aus seinem Glauben heraus nicht anders handeln konnte. Ich habe auch die wundervolle Liebesgeschichte zwischen Franz und Franziska Jägerstätter entdeckt und sie zu einem Hauptthema des Stückes gemacht.

Was haben Sie selbst von der Beschäftigung mit Jägerstätter gelernt?
Dass wir alle öfter „Nein“ sagen könnten, sollten, müssen. Es kostet uns ja nicht – wie Jägerstätter – den Kopf.

Ist Faschismus heute noch ein Problem?
Ich denke, wir haben ein großes Problem. Das ist der Faschismus in uns selber. Unser Mitläufertum, unser Hereinfallen auf dumme hetzerische Parolen, unsere Verweigerung den Verfolgten der Welt gegenüber, unser Egoismus, unser Mangel an Solidarität.

Haben Sie Franziska Jägerstätter, die erst kürzlich gestorben ist, noch kennen gelernt?
Ich hab’ sie besucht – und jemand getroffen, der unglaublich Schreckliches mitgemacht hat und trotzdem eine frohe, leuchtende, nicht verbitterte Frau war.