Wien. Am 9. August 1943 wurde der Innviertler Bauer Franz Jägerstätter als Kriegsdienstverweigerer hingerichtet. Er hinterließ eine Frau und drei Töchter. Am Nationalfeiertag des Jahres 2007 wurde er in Linz seliggesprochen. Auf Bitten des Schauspielers Gregor Bloéb hat der Tiroler Dramatiker Felix Mitterer nun ein Stück über den Widerstandskämpfer geschrieben.
Die Uraufführung Donnerstagabend im Theater in der Josefstadt wurde zum heftig akklamierten Erfolg.
Dieser Franz Jägerstätter ist keine einfache Figur. Er wirkt naiv und scheint doch den Durchblick zu haben. Er ist armer Bauer und liest doch die Bibel und „Mein Kampf“. Er gibt nichts auf die allgemeine Meinung, lässt sich nichts einreden und zieht seine eigenen Schlüsse. Er ist ein guter Christ und verweigert doch seinem Bischof den Gehorsam. Man mag Gregor Bloéb vorwerfen, dass er den Naivling herauskehrt, und doch lässt der Abend in keiner Sekunde kalt, ist voller Herzblut, aber ohne Pathos.
Während das Stück in der Josefstadt erst wieder ab 14. September zu sehen ist, steht „Jägerstätter“ von 3. Juli bis 9. August beim Theatersommer Haag auf dem Spielplan.


