Kategorie: Presseartikel
Gastfreundlich und offen: Lange Nacht der Kirchen bot buntes Programm in Oberösterreich
Diözese Linz, 24. Mai 2013 - Rund 400 Veranstaltungen mit Kirchenführungen über Musik aus allen Richtungen bis hin zu tiefsinnigen Diskussionen und gelebter Spiritualität waren die Angebote der Langen Nacht der Kirchen in Oberösterreich. Mit 100 Kirchen von acht christlichen Konfessionen in 35 Orten lockte die Lange Nacht der Kirchen in Oberösterreich rund 65.000 Besucherinnen am 24. Mai 2013 an.

Linzer Mariendom- Gospelkonzert - alle Fotos: Diözese Linz/Haijes

Diskussion mit Gregor Bloéb, Bischofsvikar Maximilian Mittendorfer, Moderatorin Christine Grüll sowie Felix Mitterer

Wenn die Nacht zum Fluss wird und der Alltag abfällt
Im Linzer Mariendom startete die 8. Lange Nacht der Kirchen mit einem ökumenischen Abendgebet. Der Bischof der Altkatholischen Kirche Österreichs, John Okoro sprach in seiner Predigt von einer „guten Welle und heilsamen Wirkung des Gebetes und der Verbindung mit Gott auf den Alltag und die Welt". Die Lange Nacht der Kirchen sei eine Bewegung, wie christliche Kirchen heute auftreten können: „Offen ohne Berührungsängste, einladend ohne Unterschiede zu machen und gastfreundlich." Und der evangelische Superintendent Dr, Gerold Lehner schickte die anwesenden Menschen sehr lyrisch auf den Weg in die Lange Nacht der Kirchen: „In einer langen Nacht dehnt sich die Zeit, wird Zeit zeitlos und wird zur Gegenwart. Die Nacht wird zum Fluss, dem man sich anvertraut. Der Alltag fällt ab, spürend die Gegenwart und Größe des Heiligen Geistes."
Ja, ich kann die Entscheidung Franz Jägerstätters gut nachvollziehen
Eine intensive Diskussion über den Seligen Franz Jägerstätter, der aufgrund der Weigerung für das NS-Regime den Dienst mit der Waffe zu tun, 1943 ermordet wurde, schloss sich um 20.00 Uhr im Linzer Mariendom mit den prominenten Diskutanten, dem Schauspieler Gregor Bloäb und dem Autor Felix Mitterer an, Beide arbeiten an einem Theaterstück über Franz und Franziska Jägerstätter für den Theatersommer Haag und das Theater in der Josefstadt. Gefragt, warum er das Theaterstück geschrieben habe, sagte Felix Mitterer: „ Ich habe zuerst sehr schnell ja gesagt und dann aber zu zweifeln begonnen. Die Geschichte von Franz Jägerstätter war so schrecklich. Ich bin dann zu Franziska Jägerstätter und zu den Töchtern gefahren. Die Erkenntnisse dort haben mir meine Arbeit erleichtert." Anfangs hätten die meisten Menschen Franz Jägerstätter abgeraten und ihm gesagt, er bewirke nichts mit seiner Entscheidung. Franziska sei zu ihm gestanden. Zudem habe die Entscheidung Jägerstätters in den USA durch das Buch von Gordon Zahn als Vorbild gedient. Diese Tatsache, dass Jägerstätters Entscheidung doch etwas verändert habe und die große und „immerwährende" Liebesgeschichte von Franz und Franziska hätten ihn in seiner Arbeit am Theaterstück sehr bestärkt.
Gregor Bloéb verkörpert Franz Jägerstätter im Theaterstück und ist derzeit mitten in der Probenarbeit. Er sagte auf die Frage, ob er diese radikale Entscheidung Jägerstätters verstehen könne: Ja, das kann ich gut nachvollziehen. Ich stecke derzeit tief in der Rolle drinnen. Gerade weil Franz Jägerstätter so ein positiver Mensch war und die Liebe als höchstes Gebot gesehen hat, gerade deshalb konnte er nicht für das NS Regime leben. Denn dort hatten seine Werfe der Liebe, Gottes- und Nächstenliebe keinen Platz."
Bierbrauen, Heilkräuter, Spiri-Caches: Ungewohnte religiöse und kirchliche Einblicke
Die Lange Nacht der Kirchen eröffnete auch in diesem Jahr wieder viele ungewohnte Zugänge und Einblicke in die religiöse und kirchliche Welt.
Die Jugend wurde durch Popmusik und Improtheater in einer Sonderfahrt der Linzer Straßenbahn JamTram" angesprochen. Die Welt des klösterlichen Bierbrauens war in der Katholisch-Theologischen Privatuniversität Linz Thema.
Die Klosterkirche und Georgskirche in Attneng Puchheim zieht jedes Jahr mit ihrem geistlichen und künstlerischen Programm weit über 1000 Menschen an. Die Kirchtürme und verborgenen Kirchenräume begeistern die Menschen in ganz Oberösterreich. Diözesanbischof Dr. Ludwig Schwarz zeigte heuer beinahe 10D Menschen seine private Kapelle im Bischofshof.
Die Redakteure der Obdachlosenzeitung Kupfermuckn veranstalteten im Vinzenzstüberl der Barmherzigen Schwestern in Linz eine Lesung der besonderen Art, Klangdimensionen in der Klosterkirche Baumgartenberg oder Heilkräuter der Bibel in Braunau hatten viele Besucherinnen.
Auch in Steyr und Umgebung kommen jedes Jahr viele tausende Besucherinnen, Heuer wurde die Jugend zum Spiri-Caching eingeladen und machte sich mit dem Smartphone auf Schatzsuche im Stil des Geocachens.

