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19.03.2013 08:00 Alter: 3 Jahre
Kategorie: Presseartikel
Von: Leopold Kogler

Neuer Intendant in Haag

NÖN, 19. März 2013 - Entscheidung gefallen / Ab September übernimmt Volksopern-Chefdramaturg Christoph Wagner-Trenkwitz die künstlerische Leitung des Theatersommers.


Foto: Nancy Horowitz

STADT HAAG / Anlass zum Feiern hat der Theatersommer Haag in diesen Tagen gleich zweimal. Der Vorverkauf für die diesjährige Produktion „Jägerstätter“ läuft hervorragend und nun gibt es auch bereits einen hochkarätigen Nachfolger für Intendant Gregor Bloéb.

Freudenstimmung herrscht über die Kür von Christoph Wagner-Trenkwitz zum künstlerischen Leiter ab Herbst 2013. Der Chefdramaturg der Volksoper Wien, erfolgreiche Buchautor und wortstarke Moderator überzeugte die Jury mit einer pointiert entwickelten Konzeption. „Christoph Wagner-Trenkwitz hat ein schlüssiges künstlerisches Konzept vorgelegt, welches zu Haag passt. Wir erwarten und erhoffen uns, dass wir mit dieser wichtigen Personalentscheidung sowohl künstlerisch als auch wirtschaftlich in den nächsten Jahren erfolgreich sein werden“, lautet die Begründung der Jurymitglieder. Wagner-Trenkwitz, der auf vielen Bühnen zu Hause ist, als Moderator, Conférencier oder Darsteller, setzte sich beim Hearing klar durch. Beworben haben sich für die Intendanz sieben Kandidaten, drei waren zum Hearing geladen.

Auch der Geschäftsführer des Theatersommers Haag, Gottfried Schwaiger, streut Christoph Wagner-Trenkwitz uneingeschränkt Rosen. „Er ist ein Theatermensch mit einem exzellenten Netzwerk, ein mit einem tiefen Verständnis und Wissen für das Theater Ausgerüsteter, ein mit den Medien wunderbar Zusammenarbeitender und er kennt die heimische Szene. Ihm zuzuhören ist ein besonderes Vergnügen, weil er stets vor Intensität glüht und weil er höchst engagiert an die Arbeit herangeht“, freute sich Gottfried Schwaiger.

Gespannt darf man auf die kommende Ausrichtung des Theatersommers Haag sein. Erste Überlegungen zur nächsten Saison hat Wagner-Trenkwitz bereits angestellt: „Für 2014 verrate ich so viel, dass ich nach der Uraufführung des tragischen Stücks „Jägerstätter“ im darauffolgenden Sommer mit einer Komödie starten will. Weiter weiß ich es noch nicht. Das ist aber in Haag auch nicht die Intention, dass da der Intendant einfach über das Stück bestimmt, es ist vielmehr ein Diskussionsprozess mit vielen Beteiligten.“

Knapp über 3000 Karten schon gebucht

Der Ansturm auf die Karten war noch nie so groß, knapp über 3000 Karten sind vier Monate vor der Premiere schon fix gebucht. Derzeit gibt es bereits Überlegungen, statt der geplanten 18 Vorstellungen auf 22 zu erhöhen. Gottfried Schwaiger ist sehr zufrieden mit der Nachfrage nach Karten. Man rechnet mit über zehntausend Besuchern. Er ortet zudem ein starkes Interesse aus dem oberösterreichischen Raum, besonders aus der Heimat Jägerstätters. Auch eine überdimensionale Nachfrage von kirchlichen Organisationen ist zu beobachten.

Die Uraufführung findet zunächst in der Josefstadt am Donnerstag, 20. Juni, statt. Danach übersiedelt man nach Haag, wo dann noch unter der Gesamtleitung von Intendant Gregor Bloéb bis zur Premiere am Mittwoch, 3. Juli, weitergeprobt wird.

Franziska Jägerstätter, die Witwe des NS-Wehrdienstverweigerers Franz Jägerstätter, dessen Leben beim heurigen Theatersommer auf die Bühne gelangt, wird die Uraufführung leider nicht mehr miterleben. Sie verstarb am Samstag im Alter von 100 Jahren im Kreise ihrer Familie in ihrer Wohnung in St. Radegund.